Berufspädagogik – Die Ursprünge der Berufspädagogik gehen auf die Zeit um 1900 zurück. Da wurden erste Bildungsinstitute und Bildungsgänge für Gewerbelehrer eingerichtet. Es wurde „zunächst ihre didaktische Ausrichtung an die Gewerbe- und Handelsschulpädagogik gekoppelt, ihre anfänglich ausschließlich normativ-hermeneutische Profilierung sah sich dem Primat der Ausbildungspraxis für eine berufsförmig organisierte Arbeits- und Erwerbswelt verpflichtet“ (Dobischat/Düsseldorff, S. 77).

Eduard Spranger (1882–1963) und Georg Kerschensteiner (1854–1932) gelten als die prominenten Wegbereiter der bildungstheoretischen Berufsbildung.

Berufspädagogik und Wirtschaftspädagogik

Die Berufspädagogik wird heute oft in einem engen Zusammenhang mit der Wirtschaftspädagogik gesehen. So hat etwa auch das entsprechende Kapitel im BELTZ Lexikon Pädagogik von Heinz-Elmar Tenorth und Rudolf Tippelt den Namen „Berufs- und Wirtschaftspädagogik“. Dementsprechend beginnt auch das erste Kapitel „Zur disziplinären Gestalt der Berufs- und Wirtschaftspädagogik“ von Rolf Arnold, Philipp Gonon und Hans-Joachim Müller in ihrem Buch „Berufspädagogik“: „Berufs- und Wirtschaftspädagogik (BWP) sind ursprünglich je separate Bezeichnungen mit unterschiedlichen Bezügen. Daher ist in einem Falle lediglich von der Berufspädagogik und im anderen wiederum nur von Wirtschaftspädagogik und in einem dritten Falle sowohl von Berufs- und Wirtschaftspädagogik die Rede.“ (Arnold/Gonon/Müller 2016, S. 13)

Berufspädagogik und Lebenslanges Lernen

Georg Kerschensteiner hat sich für eine „Arbeitsschule im Geiste Pestalozzis“ eingesetzt. Dementsprechend sieht er in Bezug auf Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827) „Anschauung und Selbsttätigkeit als wichtigste Prinzipien für den Unterricht“ (Arnold/Gonon/Müller 2016, S. 148). Er sieht die „Arbeitsschule“ im Gegensatz zur „Buchschule“ und somit die Aktivität der Schüler im Gegensatz zur ihrer Passivität. Er bezieht sich ebenso auf John Dewey (1859–1952): Die Schulen müssen lebendige Aktivität ermöglichen. Das klingt immer noch zeitgemäß!

Das Wesen des Menschen um diese Zeit ist Arbeiten, Schaffen, Wirken, Probieren, Erfahren, Erleben, um ohne Unterlass im Medium der Wirklichkeit zu lernen. (Georg Kerschensteiner)

Die praktische Bedeutung der beruflichen Bildung ist in den letzten Jahren gestiegen. Wenn man die berufliche Bildung als lebenslangen Lernprozess sieht, dann spielt die Berufspädagogik im 21. Jahrhundert ein wesentliche Rolle im Leben der Menschen bzw. in der Bildung der Menschen. In diesem Sinne besteht auch ein enger Zusammenhang von Berufspädagogik und Personalentwicklung (Pirker 2019). Das gilt dann insbesondere für die Lernende Organisation. Dabei geht es immer um effektives Lernen in und von Organisationen! #ELF10

Christian Pirker und Berufspädagogik

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Literatur

Arnold, R., Gonon, Ph., Müller, H.-J.: Einführung in die Berufspädagogik, 2., überarbeitete Auflage, Opladen, Toronto 2016.

Dobischat, R., Düsseldorff, K.: Berufs- und Wirtschaftspädagogik. In: Tenorth, H.-E., Tippelt, R. (Hrsg.): BELTZ Lexikon Pädagogik, Weinheim und Basel 2007, S. 77–79.

Pirker, Ch.: Personalentwicklung zwischen Humanisierung der Arbeit und Vermittlung von Kompetenzen. In: Österreichische Pflegezeitschrift, 6/2019, S. 19–23.